Manche Sneaker fallen auf, weil sie laut sind. Dieser fällt auf, weil er es gerade nicht ist und trotzdem hängen bleibt. Der Nike Dunk Low “Lemon Drop” (DJ6902-700) ist ein Damenmodell, das ich ehrlich gesagt übersehen hatte, bis ich ihn neben ein paar neuere Dunks gestellt habe und merkte, dass mein Blick immer wieder hierhin ging.
Was ich sehe
Die Basis ist gebrochen weißes Leder, darüber Paneele in einem warmen Sandton — dieses helle Beigebraun, das nach ein paar Monaten Tragen schöner wird statt schmutziger. Der Swoosh ist gelbes Wildleder, mit einer sichtbaren Naht entlang der Kante, die ihn handwerklicher wirken lässt als ein glatter Lederswoosh. Auf dem Fersenpaneel sitzt eine kleine gestickte Zitrone. Dazu eine gelbe Fersenlasche, cremefarbene Schnürsenkel, eine weiße Zwischensohle und eine Gummisohle.
Diese Zitrone ist genau die Art Detail, die ich mag: aus zwei Metern Entfernung sieht man sie nicht, aber wer hinschaut, erkennt, dass jemand nachgedacht hat. Kein großes Logo, kein Schriftzug über die Seite. Nur eine kleine Sache.
Und nein, es ist kein bisschen Rosa dabei. Schade für mich, aber es spricht für den Schuh — Sand und Gelb machen die Arbeit auch allein.
Würde ich ihn selbst tragen?
Ja, und einfacher, als ich vorher dachte. Das Gelb ist kräftig genug, um aufzufallen, aber es ist ein einzelnes Element auf einem ansonsten ruhigen Schuh. Dadurch funktioniert er unter einer Jeans, ohne dass man etwas tun muss, und unter einer cremefarbenen oder beigen Hose entsteht ein Ton-in-Ton-Effekt, der gepflegter wirkt als ein weißer Sneaker. Die Gummisohle zieht das Ganze warm — das ist kein Sommerschuh, der im Oktober deplatziert aussieht.
Worauf ich achten würde: es ist ein Damenmodell, die Größen laufen entsprechend. Und gebrochen weißes Leder mit sandfarbenen Paneelen ist nicht das nachsichtigste Material, wenn man ihn täglich trägt. Kein Einwand, nur etwas, das man wissen sollte.
Fünf Anbieter, und eine seltsame Lücke
Hier wurde es interessant. In Deutschland stehen momentan nur fünf Anbieter für diesen Dunk, und die Preise sind: 44 €, 79 €, 91 €, 101 € — und dann 544 €.
Vier Angebote liegen also unter 105 €, und das fünfte verlangt das Fünffache des vierten. Dazwischen ist nichts. Das ist keine Preisspanne, das ist eine Lücke. Wer hier nicht vergleicht, sondern das erstbeste Angebot nimmt, kann um den Faktor zwölf danebenliegen.
Der Grund ist vermutlich schlicht Verfügbarkeit: bei einem älteren Damenmodell ist das Angebot in Deutschland dünn, und wer noch eine bestimmte Größe in Neuzustand hat, verlangt, was er für richtig hält. Für uns heißt das vor allem: bei fünf Anbietern lohnt sich der Blick auf alle fünf.
Der Hypescore liegt hier auf 74, Band RADIATING, bei 2.167 Grail gegen 53 Bail — eines der einhelligsten Ergebnisse, das mir untergekommen ist. Man ist sich also bemerkenswert einig, dass der Schuh schön ist; nur nicht darüber, was er kostet.
Wer ihn in Erwägung zieht: erst nach der eigenen Größe filtern, dann auf den Preis schauen. Bei fünf Angeboten entscheidet die Größe hier mehr als der Shop.
