Fragment x Travis Scott: acht Anbieter, und der günstigste ist das Siebenfache der UVP

Air Jordan  1 Low x Fragment Design Travis Scott (2021)
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Es gibt eine Kategorie von Sneakern, bei der das Wort “verfügbar” seine Bedeutung verloren hat. Der Air Jordan 1 Low OG SP von Fragment Design und Travis Scott (DM7866-140) steht bei uns gerade bei acht Anbietern. Acht klingt nach Auswahl, bis man in die Spalte daneben sieht: der günstigste verlangt 1.101 €, der teuerste 2.311 €. Die UVP lag bei 160 €.

Das Siebenfache, und zwar als Untergrenze

Diese Relation sollte man kurz stehen lassen. Nicht das teuerste Angebot ist das Siebenfache der UVP — das günstigste ist es. Und unter diesen acht Anbietern ist kein einziger regulärer Händler: es sind ausnahmslos Resale-Plattformen und Kommissionshändler. Der Schuh kam 2021 heraus und wurde seitdem nie wieder aufgelegt, insofern ist das genau das, was man erwarten würde. Der Punkt ist nicht, dass es absurd wäre. Der Punkt ist, dass wir angefangen haben, es wie einen Preis aufzuschreiben.

Bei solchen Releases wird die UVP zu einer historischen Fußnote statt zu einem Bezugspunkt. Niemand, der hier kauft, vergleicht noch mit 160 €. Verglichen wird mit den anderen sieben Listings. Das ist ein geschlossenes System: der Preis ergibt sich daraus, was der vorherige Käufer gezahlt hat, nicht daraus, was das Ding herzustellen kostet.

Der Schuh selbst

Objektiv betrachtet ist es ein gut gestalteter Sneaker. Weißes Leder als Basis, schwarzes Leder über der Spitze und um die Ferse, und darüber das Detail, um das sich alles dreht: ein umgedrehter Swoosh in Gebrochenweiß, mit der Spitze nach hinten statt nach vorn. Das ist die Handschrift von Travis Scott, hier auf einem niedrigen Jordan 1 statt auf einem hohen. Fragment bringt das Blau: ein tiefes Militärblau um die Ferse, im Kragenfutter und über die gesamte Laufsohle. Die Zwischensohle hat einen cremefarbenen Ton bekommen, der den Schuh älter wirken lässt, als er ist.

Ein sauberer, ruhiger Schuh also. Was angesichts der Summe darunter fast komisch ist. Kein Print, keine grelle Farbe, kein ausgefallenes Material. Teuer macht ihn ausschließlich, wessen Name daran hängt und wie wenige es davon gibt.

Was die Zahlen sagen — und was nicht

Der Hypescore steht bei uns auf 79, Band RADIATING, bei 3.410 Grail gegen 122 Bail. Dass jemand diesen Schuh will, steht also außer Frage. Diese Diskussion ist längst beendet.

Wozu die Zahlen nichts sagen: ob dieser Betrag angemessen ist. Ein Hypescore misst Interesse und Marktbewegung, nicht Gegenwert. Bei einem Air Jordan 1, den man heute neu für 120 € bekommt, ist ein hoher Score ein Kaufargument. Hier ist er vor allem eine nachträgliche Erklärung.

Mein nüchterner Rat, und er ist der langweiligste, den ich habe: wer ihn will und das Geld hat, sollte diese acht Anbieter trotzdem nebeneinanderlegen. Zwischen 1.101 € und 2.311 € liegen 1.210 € für exakt denselben Schuh in exakt demselben Zustand. Das ist keine Spanne, die man übersieht, nur weil man ohnehin beschlossen hat, zu viel zu zahlen. Und wer auf einen anderen Jordan wartet, der noch ganz normal im Laden steht: diese Möglichkeit gibt es auch noch.

Pascal
Über Pascal

Pascal ist der Jordan-Kenner der Solezilla-Redaktion. Von Elephant Prints bis zu Vatertags-Specials: Er kennt die Geschichten hinter den Klassikern und den neuesten Retros.