Der UGG Tasman II “Chestnut” (Stylecode 1174671-CHE) ist offiziell ein Slipper, faktisch ein Hausschuh und kulturell gesehen inzwischen ein Sneaker. Letzteres ist die merkwürdigste Entwicklung im Schuhland der vergangenen Jahre – und ich habe lange dagegen gekämpft. Verloren, selbstverständlich.
Wie der Hausschuh gewann
Es gab eine Zeit, in der UGG gleichbedeutend war mit faulen Sonntagen und sonst gar nichts. Dann entschied eine Generation, die Komfort über Konvention stellt, dass sich der Tasman auch außer Haus tragen lässt, und seither ist der Slipper aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Modehäuser machten mit, Resale-Plattformen witterten Geld, und der Hausschuh bekam Drops und ausverkaufte Größen, als wäre er ein limitierter Runner. Man kann darüber schmunzeln – ich tat es jahrelang – aber der Tasman hat etwas geschafft, was den meisten Hype-Modellen misslingt: Er blieb.
Der II: Renovierung ohne Revolution
Dieser Tasman II ist die überarbeitete Version des Originals, und UGG war vernünftig genug, kein anderes Produkt daraus zu machen. Das Veloursleder, der charakteristische geflochtene Rand am Einstieg und das behagliche Futter sind noch da; die Anpassungen stecken in den Details und der Verarbeitung. Und “Chestnut” ist nicht irgendeine Farbe, sondern die UGG-Farbe schlechthin – das warme Kastanienbraun, mit dem die Marke groß wurde. Wer einen kauft, kauft diesen. Alles andere ist eine Variation über das Thema. Für ihn, der zweifelt, ob ein Hausschuh auf die Straße darf: Diese Diskussion ist gesellschaftlich längst entschieden, du musst nur noch kapitulieren.
Der Preis der Bequemlichkeit
Jetzt der geschäftliche Teil. UGGs sind keine Schnäppchen, und gerade bei solchen dauerhaft beliebten Modellen trauen sich die Preise pro Shop erheblich zu unterscheiden – erst recht, wenn die Nachfrage zu den Wintermonaten anzieht und manche Anbieter darauf gierig reagieren. Neun deutsche Shops führen ihn, von rund 91 bis 180 Euro. Das Angebot startet derzeit bei ab €91,00 bei 9 Shops. Mein nüchterner Rat: Kauf solche Schuhe möglichst außerhalb der Hochsaison, und vergleich immer, denn der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter ist bei UGG selten vernachlässigbar.
Zugegeben, widerwillig
Der Tasman II “Chestnut” ist keine Modeerscheinung mehr, sondern ein Bleiber, und das schreibe ich mit dem leichten Widerwillen von jemandem, der es einst anders vorhergesagt hat. Es ist ein bequemes, solides und inzwischen zeitloses Ding – mehr lässt sich daraus nicht machen, und weniger auch nicht. Wer umfällt, tut das am klügsten über den Vergleich bei Solezilla: Dort siehst du pro Shop die verfügbaren Größen und welcher Anbieter ab ab €91,00 bei 9 Shops verlangt. Kapitulieren darfst du; zu viel zahlen musst du nicht.




