Sechs Farben stehen im offiziellen Namen dieses Air Max 1: Grain, Burnt Sunrise, Plum Fog, Violet Dust, Deep Royal Blue und Pure Platinum. Das klingt nach einem Schuh, den man drei Straßen weiter kommen sieht. Auf dem Bild fällt es deutlich ruhiger aus, und das liegt an einer Entscheidung: fast alles liegt auf einer cremefarbenen Basis.
Der Mudguard ist raues, sandfarbenes Wildleder, und derselbe Ton zieht sich durch die Mittelsohle unter dem ganzen Schuh. Darauf liegen Flächen, die alle klein bleiben. Das fein gerippte Textil an Spitze und Seitenpanel ist gebrochen weiß mit einem blauen Schimmer. Der Swoosh ist rostorangenes Wildleder. Dazu ein kobaltblauer Block an der Spitze, eine grünblaue Fläche an der Schnürung und Ocker oben auf der Zunge. Und dann das Lila.
Das Lila zieht sich bis in die Ferse
Ja, das ist mir natürlich zuerst aufgefallen. Das Seitenpanel unter dem Swoosh ist ein weiches Altrosa-Lila, und hinten geht derselbe Ton in ein raueres, etwas wärmeres Rosa an der Ferse über. Sogar die Schnürsenkel sind puderrosa. Ich bin nicht objektiv, sobald Rosa im Spiel ist, also lies diesen Absatz mit einem Körnchen Salz — aber es ist tatsächlich die Farbe, die den Rest zusammenhält. Nimm das Lila heraus und übrig bleiben lose Akzente ohne Bezug zueinander.
Tragbar wird er durch diese cremefarbene Basis. Weil Mudguard und Mittelsohle denselben Sandton teilen, liest sich der Schuh aus der Entfernung als ein ruhiges Ganzes mit etwas Farbe obendrauf. Unter einer geraden Jeans oder einer ecrufarbenen Hose funktioniert das ohne weiteres Zutun. Wer nicht möchte, dass das Rosa übernimmt, kommt mit neutraler Oberbekleidung in derselben Creme- und Beige-Ecke weit.
Der Spitzname lautet Tan Lines, und woher der kommt, ist kein Rätsel, wenn man auf die Mittelsohle schaut: sie ist nicht gleichmäßig weiß, sondern warm und leicht verlaufend, als hätte sie einen Sommer draußen verbracht. Das Paar erschien am 5. Dezember 2023 als Damenmodell.
Zehn Shops, und kaum regulärer Handel
Was wir in Deutschland sehen, sieht anders aus als bei einem gewöhnlichen Nike-Release: zehn Anbieter, davon sechs Marktplätze. Der günstigste Preis liegt bei 171,99 €, der höchste bei 415,00 €. Neun der zehn Angebote liegen allerdings zwischen 172 € und 249 € — die Spanne ist also enger, als die Eckdaten vermuten lassen, mit einem einzelnen Ausreißer nach oben.
Interessanter ist, wer hier fehlt: klassische Sportfachhändler mit vollem Größenlauf sind nicht dabei. Übrig bleiben Sneaker-Stores und Marktplätze, also der Bereich, in dem Einzelpaare gehandelt werden. Praktisch heißt das: verlass dich nicht darauf, dass deine Größe bei mehreren Anbietern gleichzeitig liegt. Auf der Hypescore steht er bei 70, Band RADIATING — klar auf dem Radar, aber das Angebot wird nicht von allein breiter.
Würde ich ihn selbst tragen? Ja, und ich würde länger nach dem richtigen Preis suchen als nach der Entscheidung. Stell auf Solezilla erst die zehn Anbieter nebeneinander und filtere nach deiner Größe — bei zehn Angeboten ist das schnell erledigt, und du siehst sofort, wo du überhaupt eine Wahl hast. Die übrigen Nike-Colorways stehen direkt daneben.

