Manche Sneaker betreten einen Raum. Dieser stampft durch die Stadt. Der Nike Ja 3 “Year of the Horse” (Stylecode IB6508-200) ist die dritte Signature von Ja Morant, und das erste Paar seit Langem, das in der Solezilla-Redaktion etwas auslöste, das verdächtig nach Stolz aussah. Denn wenn Kaijū — unser Monster, unser Bildzeichen in diesem roten Hoodie — je selbst einen Sneaker gezeichnet hätte, dann wäre es dieser gewesen. Nicht als Zusammenarbeit, nicht als Deal, sondern als geistiger Verwandter: ein Schuh, der versehentlich genau unsere Hausfarben trägt.
Die zwei Kratzer
Schau auf die Flanke. Über dieses dunkelbraune, kastanienfarbene gestrickte Obermaterial laufen grelle infrarot-rote Dreiecke — Schuppen, Klauenspuren, nenn es, wie du willst — die dein Auge in einer Bewegung von der Ferse zur Spitze ziehen. Und dann fällt der Groschen. Diese Streifen lesen sich wie das Solezilla-Bildzeichen selbst: der doppelte Klauenkratzer, die zwei grellen Striche, die wir überall hinterlassen. Als wäre das Monster am Schaufenster vorbeigekommen, kurz stehen geblieben und hätte mit zwei Klauen seine Unterschrift ins Leder gesetzt. Nike setzte einen goldenen Swoosh darauf; wir sehen vor allem diese zwei roten Striche. Zufall? Wahrscheinlich. Aber Heat erkennt Heat.
Darunter liegt eine knallrote ZoomX-Außensohle mit “ZOOMX” in Gold gestempelt — die Dämpfung, auf der Ja sein ganzes Spiel aufbaut, schnell und tief am Boden, genau die Art Low-Top, in der du nicht gehst, sondern pirschst. Schwarze Akzente halten das Ganze scharf. Ein Basketballschuh, der aussieht, als hätte er etwas vor.
Und Nike, das ist nicht das erste Mal
Denn seien wir ehrlich: Diese Klauen kennen wir. Es begann schon im August 2024, als der Nike Ja 1 “Reverse Scratch” zum ersten Mal mit diesen Strichen über der Seite erschien. Ein Jahr später folgte der Nike Ja 2 “Scratch” — giftgrün, ein rosa Swoosh, Schwarz, und über die ganze Flanke echte Klauenspuren, die aussehen, als wäre etwas quer hindurchgezogen worden. Und jetzt, mit dem Ja 3, ist dieses Motiv beinahe zur Unterschrift geworden. Wunderschöne Schuhe, kein Missverständnis. Nur: Unsere Klauen gab es damals schon fünf Jahre. Wir kratzen diesen doppelten Strich über diese Seite, seit das Monster hier die Tür eingetreten hat — lange bevor ein Swoosh danebenstand.
Also hiermit: herzlichen Dank für die Hommage, @nike. Inzwischen dreimal in Folge — Ja 1, Ja 2, Ja 3. Wir fühlen uns gesehen. Und wir fragen uns laut — wenn ihr es doch so schön findet, unsere Streifen zu leihen, wird es dann nicht mal Zeit für eine echte Collab? Kaijū liefert die Klauen, ihr das ZoomX. Ruft an.
Dieses Büschel Fell
Und dann das Detail, auf das in der Redaktion alle immer wieder zeigten: das braune Fellbüschel am Kragen und an der Ferse. Ein Augenzwinkern zum Pferd — Year of the Horse — subtil, fast beiläufig, als hätte der Schuh eine Mähne bekommen. Genau so eine verrückte, taktile Idee, die einen Sneaker von “schön” zu “unvergesslich” hebt.
Es erinnerte Kaijū an etwas von vor Jahren. An den Reebok Instapump Fury mit Fell von 2018 — ein Paar, das inzwischen praktisch jeder wieder vergessen hat, das damals hier im Büro aber so viel Eindruck machte, dass es hängen geblieben ist. Nicht wegen Specs oder Hype, einfach wegen dieser einen seltsamen, haarigen Geste, die du nicht kommen sahst. Manche Schuhe verschwinden in der Timeline; dieser Fell-Fury blieb irgendwo im Hinterkopf sitzen. Der Ja 3 trifft genau dieselbe Saite, und das ist eine seltene Art Kompliment.
Derzeit liegt der Nike Ja 3 “Year of the Horse” bei einer ausgewählten Zahl deutscher Shops, und die Preise laufen wie immer auseinander: vier Anbieter, von rund 105 bis 195 Euro. ab €105,00 bei 4 Shops. Diesen Unterschied nimmst du nicht mit, indem du den erstbesten Tab zuklickst.
Warum dieser hängen bleibt
Das Gekonnte liegt in der Balance. Maroon und Infrarot-Rot sind keine leichten Nachbarn — es hätte matschig oder schreiend werden können — aber das Gold des Swoosh und der Sohle zieht alles gerade und gibt dem Ganzen etwas Fürstliches. Warm, dunkel, mit zwei grellen Strichen hindurch und einem Büschel Fell als Unterschrift. Das ist kein Schuh, der um Aufmerksamkeit bettelt. Das ist einer, der den Raum einnimmt und wartet, bis du es kapierst.
Für uns fühlt sich der Ja 3 an wie ein Paar, das zufällig unsere Sprache spricht: monströs, warm, eine Spur zu viel — genau richtig. Kein Deal, keine Collab, einfach ein Schuh, der versehentlich klingt wie Zuhause. Und das macht es fast persönlich.
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