Der Nike Air Rift Premium SE in Light Soft Pink ist der bekannte Split-Toe-Sneaker, aber mit Bändern statt gewöhnlicher Schnürsenkel — zartes Rosa auf Elfenbeinweiß. Der Air Rift ist ein Schuh, zu dem selten jemand neutral steht, und genau deshalb finde ich ihn interessant, ehrlich anzuschauen.
Diese gespaltene Zehe
Zuerst der Elefant im Raum: Ja, die Zehe ist gespalten. Der Air Rift stammt von 1996 und verdankt seinen Namen dem Rift Valley; der Entwurf ist von Läufern inspiriert, die möglichst wenig Schuh am Fuß spüren wollen. Fast dreißig Jahre später ist diese seltsame Silhouette zu ihrem größten Trumpf geworden. Du siehst ihn immer öfter im Straßenbild, und wer ihn trägt, trägt ihn meist mit Überzeugung.
Bänder statt Schnürsenkel
Diese Premium-SE-Version ersetzt den Verschluss durch Bänder, die du um den Knöchel bindest, im selben weichen Rosaton wie der Rest des Schuhs. Damit rückt der Air Rift vom sportlichen Kuriosum zu etwas, das überraschend nah an einen Ballettschuh kommt. Die Farbstellung — Light Soft Pink mit Pale Ivory — bleibt ruhig und pudrig, wodurch die auffällige Form nicht auch noch nach Aufmerksamkeit schreien muss.
Wie trägt man so etwas?
Praktischer, als du denkst: Zu einer weiten Jeans fällt vor allem das Band auf, zu einem Rock oder Kleid wird es eine bewusste Entscheidung, um die sich die ganze Silhouette drehen darf. Socken gehen — es gibt Split-Toe-Socken — aber barfuß ist der Look am reinsten. Für einen Bürotag würde ich nicht schnell dazu greifen; für alles drumherum eigentlich schon.
Würde ich ihn selbst tragen?
Ich habe länger gezögert als bei den meisten Sneakern, und das meine ich als Kompliment. Das ist kein Schuh, den du kaufst, weil ihn alle haben; du kaufst ihn, weil du ihn entweder sofort verstehst oder nicht. Ich verstehe ihn inzwischen. Die Passform ist dank des flexiblen Entwurfs nachsichtig, wobei Anprobieren bei so einer Zehe der Rat bleibt.
Neugierig, was er kosten soll? Den Air Rift “Pink Ribbons” gibt es ab ab €74,00 bei 5 Shops — allerdings führen ihn erst fünf deutsche Shops, von rund 74 bis 130 Euro. Das ist die dünnste Abdeckung dieser Woche, vergleich die Größen und Shops also in Ruhe, denn einen so ausgesprochenen Schuh willst du nicht auf gut Glück bestellen.
Redaktionsnotiz: Das ist kein frischer Drop — dieses Paar ist uns bei unserem festen Streifzug durch den Solezilla-Katalog begegnet. Manchmal ist ein Fund zu schön, um ihn nicht zu teilen.



