Die meisten Sneaker geben sich Mühe, neu auszusehen. Der Golden Goose Hi-Star macht das Gegenteil, und er macht es ohne eine Spur von Verlegenheit.
Eine Sohle, die so tut, als hätte sie ein Leben hinter sich
Das Obermaterial ist streng: schwarzes Leder, glatt, einfarbig, fast nüchtern. An der Seite sitzt der silberne Metallic-Stern, den die Marke überall anbringt, daneben steht GGDB/HI STAR in kleinen Lettern. Hinten ein Fersenstück in Silber mit gecrackter, aufgesprungener Struktur. Die Schnürsenkel sind aus grauem Wildleder, was einen weicheren Kontrast ergibt als gewöhnliche schwarze Bänder.
Und dann die Unterseite. Eine dicke, gebrochen weiße Plateausohle, auf deren Rand rundum GOLDEN GOOSE DELUXE BRAND gedruckt ist, und diese Sohle ist bewusst mit Schlieren und Schatten versehen, als wäre man schon monatelang darauf gelaufen. Das ist kein Produktionsfehler. Das ist die ganze Idee.
Damit kannst du in zwei Richtungen. Entweder du hältst es für Unsinn, für Abnutzung zu bezahlen, die du selbst gratis hinbekommen hättest, oder du siehst, was es tatsächlich bewirkt: Es nimmt die Anspannung aus dem Tragen. Eine strahlend weiße Plateausohle musst du schützen. Diese nicht. Der erste Kratzer gehört schon dazu.
Die Silhouette ist das eigentliche Argument
Der Hi-Star ist die Version mit der erhöhten Sohle, und das ändert alles. Wo die Marke sonst häufiger eine flache Form fährt, hebt dich dieses Modell ein Stück vom Boden und verlängert die Beinlinie. In Kombination mit diesem schwarzen, kahlen Obermaterial bekommst du etwas, das schwer dasteht, ohne plump zu werden.
Schwarz mit Silber ist zudem die einfachste Route innerhalb dieser Marke. Die überschwänglicheren Ausführungen verlangen ein Outfit, das mitgeht. Diese nicht. Schwarze Jeans, graue Anzughose, Denim, ein langer Mantel: funktioniert alles, weil sich das Obermaterial wie ein gewöhnlicher schwarzer Schuh verhält und die Sohle das Spektakel übernimmt.
Was der deutsche Markt verlangt
Acht aktive Angebote bei sieben Shops. Die Preise beginnen bei 448 Euro, der Median liegt bei 494. Fünf der acht Angebote kommen von regulären Webshops, und die bewegen sich sämtlich in diesem Bereich zwischen 448 und gut 500 Euro.
Darüber wird es eine andere Geschichte. Die Obergrenze des Angebots reicht bis etwa 871 Euro, und die stammt von Marktplätzen, nicht vom normalen Handel. Fast das Doppelte also, für exakt denselben Schuh, bei Verkäufern, die keinerlei Vorteil bieten.
Eine offizielle Preisempfehlung liegt uns hier nicht vor, und ein Hypescore ebenso wenig. Es gibt also keine Wiederverkaufsbewegung und keine Knappheit, die diese hohen Preise stützt. Das ist kein Urteil über den Schuh, es heißt nur, dass die Obergrenze auf nichts steht. Wer hier 871 Euro hinlegt, bezahlt allein für den ersten Tab, den er geöffnet hat.
Also: nebeneinanderstellen. Größe eingeben, schauen, welcher der sieben Anbieter ihn hat, und die Obergrenze der Liste ignorieren. Weitere Ausführungen stehen unter Golden Goose Hi Star, der Rest bei Golden Goose. Vierhundert Euro Unterschied lässt man nicht liegen, weil man keine Lust zum Vergleichen hatte.
