Asics Gel-NYC 2.0 “White/Cream”: die Fortsetzung, nach der niemand fragte

Asics Gel-NYC 2.0 in Weiß und Creme
Asics Gel-NYC 2.0 “White/Cream”: die Fortsetzung, nach der niemand fragte
Asics Gel-NYC 2.0 “White/Cream”: die Fortsetzung, nach der niemand fragte (2)
Asics Gel-NYC 2.0 “White/Cream”: die Fortsetzung, nach der niemand fragte (3)

Asics stellt den Gel-NYC 2.0 in der “White/Cream”-Ausführung (Stylecode 1203A895-101) ins Regal, und damit bekommt der Sneaker, der in den letzten Jahren so ziemlich jedes Stadtbild annektierte, offiziell eine Fortsetzung. Wie bei jeder Fortsetzung ist die Frage nicht, ob er dem Original ähnelt – das tut er – sondern warum er existiert.

Ehren wir kurz das Original, denn das verdient es. Der erste Gel-NYC war ein kluger Griff ins eigene Archiv: Asics verschmolz Elemente älterer Laufmodelle zu etwas, das gleichzeitig vertraut und frisch wirkte. Es wurde die Alternative für alle, denen die graue New-Balance-Welle zu vorhersehbar war. Und was macht eine Marke, sobald sich ein Modell selbst verkauft? Genau. Dann klebt man eine Zahl dahinter.

Was ist neu, außer der Zahl?

Die 2.0 hält das Rezept größtenteils intakt und feilt vor allem an den Details. Diese Ausführung bleibt in Weiß und weichen Cremetönen, und das ist die sicherste Route, die man als Marke gehen kann. Keine Farbe, die auch nur ein Risiko eingeht, dafür eine, die mit buchstäblich allem im Schrank matcht. Das ist keine Todsünde – es ist genau das, was die Tabelle der Verkaufsabteilung vorschreibt. Wer Abenteuer suchte, schaut einen Gang weiter.

Die Rechnung

Interessanter als der Entwurf ist der Preis. Derzeit notiert unser Vergleich ab €80,00 bei 15 Shops als niedrigsten Betrag für dieses Modell, und diese Zahl erzählt mehr über dieses Release als jedes Kampagnenfoto. Eine 2.0 lanciert man nämlich nicht für den Sammler; die lanciert man für die Masse. Und die Masse zahlt keine Fantasiepreise, so sehr sich die Produktfotos auch anstrengen.

Kaufen oder warten?

Hier werde ich dann doch milde. Die Gel-NYC-Linie ist, allem Marketing zum Trotz, schlicht ein angenehmer Sneaker: bequem, zeitlos genug und nicht an eine Saison gebunden. Ein Weiß-mit-Creme-Exemplar altert zudem würdevoll – im Stil, nicht unbedingt in der Farbe nach einem Festivalwochenende. Wenn die 2.0 diese Qualitäten erbt, ist das ein Kauf, dem wenig Reue folgt. Nur: Kauf ihn nicht blind beim ersten Händler, dem du begegnest. Solche breiten Releases kennen Preisunterschiede, die auf den Betrag eines zweiten Paars Socken hinauslaufen können. Oder zehn.

Mein Rat ist also unspektakulär, wie guter Rat meistens: Ignorier den Launch-Trubel, vergleich in Ruhe und greif zu, wenn der Betrag stimmt. Der Zähler steht inzwischen bei ab €80,00 bei 15 Shops; die aktuellen Preise, Größen und angeschlossenen Shops vergleichst du einfach kurz bei Solezilla. Fortsetzungen darf man kritisch sehen; Rabatt muss man nicht misstrauen.

Pascal
Über Pascal

Pascal ist der Jordan-Kenner der Solezilla-Redaktion. Von Elephant Prints bis zu Vatertags-Specials: Er kennt die Geschichten hinter den Klassikern und den neuesten Retros.