Der Off-White Out Of Office in Schwarz-Weiß hat im Handel den Spitznamen “Panda” bekommen. Bemerkenswert, denn dieser Name ist von einem Nike Dunk Low geliehen, der einen Bruchteil kostet. Man könnte das ein Kompliment nennen. Man könnte es auch als Designerschuh sehen, der seinen eigenen Spitznamen bei den Nachbarn mieten musste.
Was man dafür bekommt
Fairerweise: Es ist ein sauber gemachtes Ding. Ein niedriger Ledersneaker mit weißer Basis und schwarzen Panels auf Zehenkappe, Ferse und Schnürbereich. Der große schwarze Pfeil über der Seite ist das Erkennungszeichen der Marke und hier in Leder ausgeführt, nicht gedruckt. Weiße Schnürsenkel, eine weiße Zwischensohle und darunter eine durchscheinende, eisige Laufsohle, die den Schuh optisch etwas leichter macht. An den Schnürsenkeln hängt der schwarz-weiße Kabelbinder, für den die Marke bekannt ist.
Die Silhouette ist solide und die Proportionen stimmen. Das hier ist kein Schuh, der mich wütend macht.
Der Preis schon eher
Die Preisempfehlung liegt bei 465,50 Euro. Für Deutschland sehen wir acht aktive Angebote bei acht Shops, mit einem niedrigsten Preis von 314 Euro und einem höchsten von knapp 610. Der Median liegt bei 455,50, also praktisch auf der UVP.
Rechne kurz mit. Der teuerste Anbieter verlangt fast das Doppelte des günstigsten, für exakt denselben Schuh, im selben Jahr, bei Verkäufern, die sich alle seriös präsentieren. Es gibt keine Knappheit, die das erklärt, keine limitierte Auflage, keine Warteliste. Es ist schlicht ein Preis, der pro Shop erfunden wird, weil er sich erfinden lässt.
Das ist der Teil des Designersegments, über den selten geschrieben wird. Bei einem gehypten Sneaker-Release weiß jeder, dass der Wiederverkaufspreis eine Erfindung ist, und handelt entsprechend. Bei einem Luxuslabel geht man davon aus, dass der Preis eine Bedeutung hat, und ausgerechnet dort ist die Spanne am größten.
Die deutsche Besonderheit
Drei der acht Anbieter sind reguläre Webshops, der Rest sind Marktplätze und internationale Plattformen. Das ist wenig für ein Produkt, das offiziell noch im Handel geführt wird, und es erklärt einen Teil der Streuung. Ein Hypescore liegt uns für dieses Paar nicht vor: Es gibt keinen Markt, der diesen Schuh nach oben drückt.
Was das bedeutet, ist simpel: Die Obergrenze dieser Preisspanne stützt sich auf nichts. Bei einem gehypten Release kann man immerhin behaupten, man zahle für den Zugang. Hier zahlst du dafür, dass du zufällig auf dieser Seite gelandet bist.
Würde ich abraten?
Nein. Wenn dir die Form gefällt und der Betrag zu dem passt, was du für Schuhe ausgibst, ist das ein völlig vernünftiger Kauf. Ich würde mich nur weigern, mehr zu bezahlen als das Mittelfeld verlangt, und schon gar nicht das Doppelte.
Die praktische Zusammenfassung: Schau bei mindestens vier der acht Anbieter, bevor du etwas tust, und beschränke dich auf deine eigene Größe, denn ein Teil der niedrigen Preise gehört zu Größen, die niemand wollte. Andere Ausführungen stehen unter Off-White Out Of Office, der Rest bei Off-White.
