ASICS GEL-NYC “White / Feather Grey”: Würde ich den selbst tragen?

ASICS GEL-NYC “White / Feather Grey”: Würde ich den selbst tragen?
ASICS GEL-NYC “White / Feather Grey”: Würde ich den selbst tragen? (2)
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ASICS GEL-NYC “White / Feather Grey”: Würde ich den selbst tragen? (5)
ASICS GEL-NYC “White / Feather Grey”: Würde ich den selbst tragen? (6)

Es gibt Sneaker, die man erst einmal verstehen muss, und es gibt Sneaker, bei denen sofort klar ist, woran man ist. Der ASICS GEL-NYC in “White / Feather Grey” gehört in die zweite Gruppe. Keine kräftigen Akzente, kein auffälliges Branding, einfach ein gebrochen weiß-beiger Schuh mit kräftiger Form. Und genau deshalb habe ich mich gefragt: Würde ich den selbst tragen?

Was auffällt, wenn er neben den anderen Schuhen steht

Das Obermaterial mischt weißes Mesh mit Wildlederpanels in einem weichen Greige-Ton — die Farbe, die ASICS selbst “Feather Grey” nennt und die in der Praxis näher an Sand liegt als an Grau. Die Streifen an der Seite sind im selben Beige gehalten, fallen also kaum als eigenständiges Element auf. Diese Entscheidung zieht sich durch den ganzen Schuh: Fast alles liegt im selben Farbton, wodurch die Form wichtiger wird als der Kontrast.

Unten wird es dann etwas unruhiger, im positiven Sinn. Die Midsole ist weiß mit beigem Rand, die GEL-Einheit an der Ferse liegt sichtbar frei, und die Außensohle hat einen dunklen, gummiartigen Ton, der den Schuh am Boden hält. Ohne diese dunkle Fläche wäre das Ganze vermutlich zu flach geraten.

Woher das Modell eigentlich kommt

Der GEL-NYC ist keine Silhouette, die aus dem Nichts auftauchte. ASICS hat ihn aus vorhandenen Teilen des eigenen Katalogs zusammengesetzt: Die Konstruktion des Obermaterials verweist auf den GEL-NIMBUS 3 aus den frühen 2000ern, ergänzt um Details des GEL-MC-PLUS V, während die Basis darunter vom GEL-CUMULUS 16 stammt. Das erklärt, warum er vertraut aussieht, ohne dass man genau sagen könnte, woher.

Es erklärt auch das Volumen. Ein schlanker Schuh ist das nicht. Die Sohle ist dick, die Zehenpartie breit, der ganze Schuh trägt sichtbar auf. Wer flache Sneaker gewohnt ist, braucht einen Moment — nicht beim Tragen, sondern beim Blick in den Spiegel.

Alltagstauglichkeit

Der praktische Vorteil dieser Colorway: Man muss nicht lange überlegen. Weiß und Sand funktionieren unter Jeans, unter ruhigen Hosen, eigentlich unter fast allem. Der Nachteil ist genauso praktisch: helles Wildleder bleibt helles Wildleder. Wer seine Schuhe monatelang makellos halten möchte, hat hier mehr Arbeit als mit einer dunklen Ausführung.

ASICS führt den GEL-NYC als Unisex-Modell, was sich an der Größenspanne zeigt, die von 35,5 bis weit in den Herrenbereich reicht. Praktisch, weil man nicht an ein einziges Größenschema gebunden ist — aber einen Blick wert vor der Bestellung, denn nicht jeder Shop labelt Unisex-Modelle gleich.

Preis und Verfügbarkeit in Deutschland

Die UVP liegt bei 150 €. Auf Solezilla stehen aktuell 30 aktive Angebote von 30 verschiedenen Shops für diesen Stylecode — deutlich weniger als in den Niederlanden, aber breit genug für einen echten Vergleich. Auffällig ist, wie dicht sich das Feld an der UVP staut: Ein großer Teil der Shops liegt zwischen 149,90 € und 150 €, praktisch auf demselben Preis.

Interessant wird es an den Rändern. Nach unten gibt es reguläre Händler, die bei rund 110 € bis 127 € einsteigen — also deutlich unter der UVP, ohne dass man auf den Resale-Markt ausweichen müsste. Nach oben laufen die Forderungen bis knapp 236 €, meist bei Anbietern, die auf knappe Größen setzen. Zwischen dem günstigsten regulären Shop und dem teuersten Angebot liegt damit mehr als der doppelte Preis für denselben Schuh.

Beim Hypescore steht der GEL-NYC derzeit bei 67, in der Band RADIATING. Das passt zum Bild: ein Modell, das breit verfügbar ist, bei dem aber durchaus Bewegung drin steckt.

Mein Fazit: Ja, den würde ich tragen. Nicht weil er aufregend ist, sondern gerade weil er es nicht versucht. Wer über ihn nachdenkt, sollte sich bei dieser Preisspanne die Angebote nebeneinander ansehen und prüfen, welcher Shop die eigene Größe noch führt. Das macht hier schnell einen zweistelligen Betrag aus.

Solemaz
Über Solemaz

Soolmaz ist Redakteurin bei Solezilla und verfolgt die Sneaker-Welt aus nächster Nähe. Am liebsten schreibt sie über Releases, die Design und Geschichte verbinden – von Jordan-Retros bis zu Damen-exklusiven Drops.