Der GEL-NYC ist inzwischen so ein Modell, das man überall sieht, und dann stellt sich zwangsläufig die Frage, ob eine neue Farbstellung überhaupt noch etwas hinzufügt. Bei diesem hier – dem ASICS GEL-NYC “Cream / Umeboshi” (1203A383-121), Anfang August erschienen – finde ich schon, und das liegt vor allem daran, dass die Farben zurückhaltend gehalten sind.
Was du siehst
Die Basis ist cremefarben: Mesh an den Seiten und auf der Zunge, dazu cremefarbenes Wildleder an der Spitze und entlang der Unterkante. Darüber liegen die Panels in einem gedämpften Rotbraun, irgendwo zwischen Altrosa und Ziegelrot. Die ASICS-Streifen sind cremefarben und laufen über dieses Rotbraun hinweg, wodurch der Kontrast sichtbar bleibt, ohne hart zu werden. Die Fersenkappe ist grau mit dem ASICS-Schriftzug, die Midsole cremefarben mit einer grauen Deckschicht, und in der Ferse sitzt ein braunes GEL-Fenster.
Also vier Töne, aber sie liegen alle in derselben warmen Familie. Das ist, glaube ich, der Unterschied zu den knalligeren GEL-NYC: Hier kämpft nichts gegeneinander.
Würde ich ihn selbst tragen?
Ja, und das ist für mich vor allem eine Frage der Häufigkeit. Ein cremefarbener Schuh mit Wildleder an der Spitze verlangt Pflege, das muss man ehrlich mit einrechnen. Ich würde ihn nicht für einen verregneten Mittwoch wählen, aber sehr wohl für die Tage, an denen man länger unterwegs ist und trotzdem gepflegt aussehen möchte.
Beim Kombinieren ist er einfacher, als er aussieht. Zu Jeans funktioniert es sofort, zu Beige oder Braun ebenfalls, und selbst zu Grau bleibt es ruhig. Was ich nicht machen würde, ist etwas Schwarzes und Strenges dazu – dann wird das Rotbraun plötzlich zu einem losen Akzent statt zu einem Teil des Ganzen. Der ASICS GEL-NYC hat durch seine hohe, geschichtete Sohle ohnehin genug Präsenz; du musst nichts obendrauf setzen.
Zur Passform sage ich nur, was ich sicher weiß: Es ist ein breit aufgebautes Modell mit viel Volumen um den Spann. Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, ist das ein Schuh, den man im Laden anprobiert oder mit gutem Rückgaberecht bestellt.
Die deutsche Angebotslage
Hier unterscheidet sich das Bild deutlich von dem, was wir in den Niederlanden sehen, und zwar zugunsten der Käufer. Wir führen elf aktive Angebote, und die liegen zwischen 149 und 170 Euro – eine bemerkenswert enge Spanne. Acht Händler stehen bei 149 bis 150 Euro, danach folgen einzelne bei 160 und 170.
Noch wichtiger ist, wer da anbietet: Es ist praktisch durchgehend regulärer Handel, darunter mehrere deutsche Shops. Resale-Plattformen spielen bei diesem Paar bislang kaum eine Rolle. Das ist bei einem frisch erschienenen Modell eine angenehme Ausgangslage, denn es bedeutet, dass du den normalen Ladenpreis zahlst und nicht den Aufschlag eines Zweitmarkts.
Einen Hypescore gebe ich dir hier bewusst nicht. Der Schuh ist gerade erst in unseren deutschen Bestand gekommen, und unsere Wertung braucht echte Marktbewegung über einen Zeitraum, bevor sie etwas aussagt. Eine Zahl hinzuschreiben, die auf zwei Tagen beruht, würde dir nichts nützen.
Praktisch heißt das: Der Schuh liegt breit, und mehr zahlst du eigentlich nur dann, wenn deine Größe bei den günstigen Händlern ausverkauft ist. Genau das ist der Moment zum Vergleichen statt beim erstbesten Shop zu bestellen – stell die ASICS-Anbieter nebeneinander, schau, wo deine Größe noch für 149 steht, und bestell dort.


